Fräuleinwunder literarisch

Literatur von Frauen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Hrsg. von Christiane Caemmerer, Walter Delabar and Helga Meise

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Ab Mitte der 1990er Jahre erzielen unbekannte junge Autorinnen höchste Verkaufszahlen und erhalten die wichtigsten Literaturpreise. Ihre Werke gelten als Literarisches Fräuleinwunder. Ihr Erfolg setzt nicht nur ein Startzeichen für eine neue deutsche Literatur, sondern reflektiert auch eine neue Situation in der deutschen Literatur: Die mediensozialisierte Generation der in den späten 60er und 70er Jahren Geborenen nimmt die Literatur als adäquates Ausdrucksmedium wahr, die Generation nach der Emanzipation spielt mit den Rollen, die ihre Vorgänger destruieren wollten, die Generation in der verstädterten Moderne verortet sich selbstbewusst neu: All diese Aspekte spielen in der jungen Literatur von Frauen eine zentrale Rolle, aus ihrer spezifischen Perspektive. Dieser Band sondiert diese neue literarische Bewegung unter verschiedenen Aspekten, mit übergreifenden Themen, Porträts von Autorinnen und einer Skizze des gegenwärtigen Literaturbetriebs.

 

Inhalt:
Christiane Caemmerer/Walter Delabar/Helga Meise: Die perfekte Welle. Das literarische Fräuleinwunder wird besichtigt. Eine Einleitung
Jörg Döring: Hinterhaus, jetzt – Jugend, augenblicklich – Hurrikan, später. Zum Paratext der Bücher von Judith Hermann
Uta Stuhr: Kult der Sinnlosigkeit oder die Paradoxien der modernen Sinnsuche. Judith Hermanns Erzählungen Nichts als Gespenster
Ursula Kocher: Die Leere und die Angst – Erzählen ‘Fräuleinwunder’ anders? Narrative Techniken bei Judith Hermann, Zoë Jenny und Jenny Erpenbeck
Ansgar Warner: «Diese Trottel denken, sie sind Helden…». Geschlechterverhältnis, Figurenperspektive und Semantisierung der Erzählform in Alexa Hennig von Langes Roman Relax
Yvonne Wolf: Alexa Hennig von Lange
Christiane Caemmerer: Anne Strelau: Generation Golf – weiblich oder german psycho? Karen Duves zweiter Roman Dies ist kein Liebeslied, ein Poproman
Helga Meise: Mythos Berlin. Orte und Nicht-Orte bei Julia Franck, Inka Parei und Judith Hermann
Carsten Würmann: Ausgerechnet Bosnien-Herzegowina. Gründe fürs Reisen in Juli Zehs Bericht über eine Fahrt durch Bosnien
Anne Fleig: Osten als Himmelsrichtung. Grenzübergänge in Julia Schochs Erzählung Der Körper des Salamanders
Nikola Roßbach: Bildwandlerinnen. Die Lyrikerinnen Tanja Dückers, Sabine Scho und Silke Scheuermann
David Oels: Luciana Glaser: Das Fräuleinwunder ohne Fräulein. Weibliche Autorschaft um 1989
Walter Delabar: Reload, remix, repeat – remember. Chronikalische Anmerkungen zum Wunder des Fräuleinwunders.

 

Fräuleinwunder literarisch. Literatur von Frauen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Hrsg. mit Christiane Caemmerer und Helga Meise. Frankfurt u.a.: Lang 2005 (= InterLit 6); 2. Auflage 2010.