
Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?
Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen
Hrsg. von Dolors Sabaté Planes und Marion Schulz
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Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.
Inhalt:
Rosa Pérez Zancas: „Ich wäre gern ein Mann gewesen und womöglich kein Jude.“ Ruth Klügers Durchbruch zu ihrem passend-unpassenden Beruf
Nuria C. Arocas Martínez: Gläserne Decken in Briefautobiografien von Frauen im ausgehenden 18. Jahrhundert. Anna Louisa Karsch und Elisa von der Recke
Anne Martina Emonts: Der sichere Weg zur Unsichtbarkeit. Entwurf einer Typologie des Misserfolgs: Der Fall Mechtilde Lichnowsky
Montserrat Bascoy Lamelas: Der Beruf der Frau als soziale Pflicht. Marianne Webers ethischer Diskurs in „Erfülltes Leben“ (1946)
Teresa Martins de Oliveira: Als die Gläserne Decke aus Eisen war. Eveline Haslers „Die Wachsflügelfrau. Geschichte der Emily Kempin-Spyri“
Dolors Sabaté Planes: Wenn Mirjam an die Gläserne Decke stößt
Miriam Palma Ceballos: Frauen hinter einem Sprachgitter? Frauen, Sprache und Macht im literarischen Diskurs. „Das Bad“ von Yoko Tawada
M. Loreto Vilar: Decoding Images: Top-Dog-Jobs für Frauen in Kathrin Rögglas „wir schlafen nicht“
Lorena Silos Ribas: Mutterfantasien in der Gesellschaft: eine psychologische Gläserne Decke
Berit Balzer: Die Gläserne Decke von innen und außen: Ulla Hahns Entwicklung zum erzählenden Subjekt
Ana R. Calero: Die Untermauerung der Gläsernen Decke in Kerstin Spechts „Die Schneeköniginnen“
Die gläserne Decke: Fakt oder Fiktion? Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen. Hrsg. von Dolors Sabaté Planes und Marion Schulz. Frankfurt/M. 2010 (= InterLit 10).