
Performativität statt Tradition. Autobiografische Diskurse von Frauen.
Hrsg. von Brigitte E. Jirku und Marion Schulz
Unter Mitarbeit von Sarah Guddat und Sabine Hastedt
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Frauen war lange der Zugang zur Gattung Autobiografie verschlossen; sie griffen auf Subgenres zurück und schufen so komplexe autobiografische Diskurse. Seit den 1980er Jahren wird autobiografisches Schreiben von Frauen in Verbindung mit der poststrukturalistischen und feministischen Theorie betrachtet. Die Beiträge in diesem Sammelband konzentrieren sich auf autobiografische Texte aus den letzten 15 Jahren und aus unterschiedlichen Kulturräumen. Alle hier besprochenen Kunstwerke stellen kein monolithisches, stabiles Subjekt nach westlich-bürgerlichem Vorbild dar: «Erzählen» als performative Handlung wird zum Ausgangspunkt einer Zukunft, entwirft mit dem Hindurchgehen durch die Vergangenheit mögliche Blicke in die Zukunft.
Inhalt:
Julia Prager: De-Maskierung des wissenschaftlichen Subjekts
Antonia Cabanilles Sanches/Anna Lozano de la Pola: Wer bist du? Genre-Umwandlung im Frauen-Selbstportrait
Angelika Baier: Autobiografisches Erzählen zwischen den Geschlechtern – Der österreichische Dokumentarfilm Tintenfischalarm (2006)
Eva Kimminich: Autobiografie und Authentizität: Selbst(er)erzählung und Wirklichkeitsentwürfe in Songtexten französischer Rapperinnen
Eva Thüne: Auf der Suche nach der anderen Sprache. Die Dichterinnen der Compagnia delle poete
Carola Hilmes: Wiederbegegnung im Kino: Ilse Aichingers Film und Verhängnis
Nuria Girona: Chantal Maillard. Es genügt nicht, ich zu sagen
Mercè Picornell Belenguer: Die Formen der weiblichen Biografie in Luz y luna, las lunitas und Las siete cabritas von Elena Poniatowska
Susanna Stempfle Albrecht: Autobiografische Identität, Gender und (mediale) Inszenierung am Beispiel zeitgenössischer schwedischer AutorInnen
Angelika Künne: Schmerzen erinnern. Erzählte Gewalterfahrungen in den autobiografischen Schriften Claire Golls
Myriam Naumann: Autobiografie und Geheimdienstakten. Zu Vera Wollenbergers Virus der Heuchler. Innansicht aus Stasi-Akten
Cornelia Anna Maul: Zuhause in der deutschen Literatur. Barbara Honigmann. Exilschriftstellerin der Zweiten Generation
Carla Batuca-Branco: Isabela Figueiredo traut sich mit dem Caderno de Memórias Coloniais den Finger in die Wunde zu legen.
Performativität statt Tradition. Autobiografische Diskurse von Frauen. Hrsg. von Brigitte E. Jirku und Marion Schulz. Frankfurt/M. 2012 (= InterLit 12).